Die Obstraupe

Werkzeug für großartige Kleinbauern

Erhalten was uns erhält

Als integraler Bestandteil mitteleuropäischer Kulturlandschaften sind Streuobstwiesen ästhetische Leckerbissen in der Landschaft und bieten dabei tausenden Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Lebensraum. Gleichzeitig finden sich Streuobstwiesen jedoch auch auf der Roten Liste 2 der stark gefährdeten Lebensräume. Bereits 80-90 Prozent der europäischen Bestände sind in den vergangenen 50 Jahren verloren gegangen, eine Trendwende ist nicht in Sicht. Das gewaltige Genreservoir alter Obstsorten ist ein Schatz an Geschmack und Sorteneigenschaften, der bisher nur zu einem Bruchteil gesichert ist.

Eine Frage des Klaubens

Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat Organic Tools die Obstraupe entwickelt: Ein Obstsammelgerät, das sich durch eine schonende Aufnahme und hohe Ernteleistung auszeichnet. Die Obstraupe ist einfach zu bedienen und passt sich durch flexible Sammel-Lamellen ideal an vielfältige Gelände- und Bodenbeschaffenheiten an. Bis zu einer Tonne Obst kann je nach Untergrund, Belagsdichte und Bodenbeschaffenheit pro Stunde geerntet werden, ohne die Früchte zu verletzen. Ein geräuscharmer und effizienter 300W E-Motor sorgt für die nötige Leistung. Das Aufsammeln ist intuitiv durch flexibles Vor- und Rückwärtsfahren möglich. Früchte werden in Standard-Obstkisten mit 60x40cm eingesammelt, welche rasch und einfach gewechselt werden können. Das Gerät ist für verschiedene Körpergrößen einstellbar und kinderleicht zu bedienen. Durch die Verarbeitung hochwertiger Materialien „Made in Austria“ ist die Obstraupe langlebig, robust und schont die Umwelt durch kurze Transportwege bei der Herstellung. Die Gründer von Organic Tools stehen für eine Renaissance der Streuobstkultur ein, denn: „Nur was genutzt wird, bleibt erhalten!“

Genug Pressetext – Wie sieht die Praxis aus?

2019 war unser erstes Jahr mit der Obstraupe. Auch wir hatten bisher noch keine Erfahrungen, Vorführungen oder ähnliches gesehen, sondern haben uns von dem Marketing leiten lassen.

Warum maschinell das Obst aufsammeln? Ganz einfach, jeder der mal eine Obsternte auf Streuobstwiesen mitgemacht hat, wird schnell gemerkt haben, dass die oft propagierte "Obstwiesenromantik" in Wirklichkeit nicht vorhanden ist.

 

Mit dem Obstkörbchen auf einer frischen und grünen Streuobstwiese, die Kinder spielen im Gras, die Mutter sitzt auf der Picknickdecke und der Vater pflückt Obst per Hand für den Frischverzehr oder für den sonntagliche Apfelkuchen.

 

Das ist die Traumvorstellung von Obsternte, hat aber wie eben schon erwähnt mit der Realität wenig zu tun. Wenn man – wie wir – über 300 Obstbäume auf Streuobstwiesen pflegt, erhält und aberntet, dann muss das schon mit einer gewissen Routine, Fachwissen und vor allem maschineller Hilfe passieren.

Und genau an dieser Stelle greift nun die Obstraupe ein und hilft uns. Das bisher mühselige Bücken und herunterknien auf den Boden um das Obst aufzulesen entfällt mit der Obstraupe fast gänzlich. Man rüttelt das Obst von den Bäumen (vornehmlich Äpfel und Birnen) und fährt mit der Obstraupe unter der Baumkrone her und sammelt das Obst in Handumdrehen auf.

Selbstverständlich muss zwischendurch mal (oder auch öfter je nach Menge) der Korb in der Obstraupe entleert bzw. getauscht werden, damit man weiter machen kann.

 

Wiesenmanagement – Das A und O für eine gute Ernte

 

Alles fängt mit einem guten und geplanten Wiesenmanagement an

 

Wie immer muss man auch für die Obstraupe ein wenig Vorarbeit leisten. In diesem Fall ist es das Wiesenmanagement. Konkret heißt das, dass man möglichst das Gras in den Erntebereichen kurz hält, damit die Obstraupe sich nicht durch "Meter hohes" Gras arbeiten muss. Dies erschwert die Arbeit nur ungemein und führt am Ende zu Frustration bzw. die Obstraupe funktioniert nicht so wie gewünscht – und auch nicht wie beschrieben –.

Alles in allem kann man sagen, dass die Obstraupe vielleicht zeitlich kein riesiger Gewinn ist, aber man braucht wesentlich weniger Manpower um die gleiche Arbeit zu erledigen, die Knie und der Rücken werden enorm geschohnt und diese helfenden Hände kann man eventuell an anderer Stelle besser oder sinnvoller einsetzen.

Zum Beispiel bei dem sortieren des Obstes. Wir bei Streuobst.Land legen sehr großen Wert auf gute Qualität, egal ob bei dem Tafelobst oder bei unserem beliebten Streuobstapfelsaft. Daher ist es für uns unumgänglich das aufgesammelte Obst einmal einer Sichtprüfung zu unterziehen und dann erst in die entsprechenden Behältnisse zu befördern.

 

Der Sortier ist nicht nur der beste Freund der Obstraupe, sondern auch unser bester Freund geworden

 

Egal ob Äpfel, Birnen oder Nüsse, der Sortier hat in der letzten Ernteperiode einen sehr guten Job gemacht. Er ist wirklich super einfach zu transportieren, sehr leicht und in 5 Minuten aufgebaut. Dadurch, dass man das Obst vom Boden durch die Obstraupe aufsammelt entfällt natürlich die Auslese die man per Handernte direkt vornehmen würde. Daher ist es eigentlich unumgänglich das Obst nach dem aufsammeln noch einmal zu sichten.

Allerdings hat diese Variante auch sein gutes, denn zum Beispiel wir bewirtschaften Streuobstwiesen mit Pferdebeweidung und Pferde bekommen bei zu viel Obstverzehr Koliken. Aus diesem Grund ist es sogar besser, wenn auch das faule Obst durch die Obstraupe von der Wiese aufgesammelt wird.

Fragen oder Vorführungen?

Sie haben Fragen zur Obstraupe? Oder würden diese gerne Live in Aktion erleben, kein Problem, schreiben Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin mit uns!